obwohl es kalt ist draußen, presse

Angelika Reitzer ist ein berührender literarischer Wurf gelungen. [Karin Cerny, Profil 10|2018]

 

Spektakulär unspektakulär: Angelika Reitzer erzählt mit eindringlicher Diskretheit von einem gewöhnlichen Paar

[…] Reitzers Sprache seziert und analysiert nicht, sondern ist auf die Oberfläche gerichtet so wie der Blick der Kamera, an die sich Barbara klammert und durch die sie sich selbst ihr eigenes Leben erst als ein lebenswertes vor Augen stellt: „Auf den Fotos war alles da, auch wenn es nicht immer zu sehen war.“
Ante und Barbara sind wie jene Nachbarn, die man tagtäglich im Stiegenhaus freundlich grüßt, so, als ob man sie kennen würde, obwohl man eigentlich so gut wie nichts über sie weiß. Die Autorin lässt ihren Protagonisten aber so etwas wie eine Privatsphäre, durchleuchtet die beiden nie zur Gänze. In einer Zeit, in der das Private zunehmend aufpoliert wird und an die Öffentlichkeit drängt, kann das als eine subversive Geste verstanden werden, die sich dem Zeitgeist widersetzt. Im Gegensatz zum Authentizitätswahn eines Karl Ove Knausgård, der noch das intimste Detail aufbläht, ist Reitzers Prosa so unaufgeregt, wie es nur das wirklich Authentische sein kann. [Karin Janker, FALTER 11/2018]

 

Wie fatal ist die Liebe auf den ersten Blick? Angelika Reitzers neuen Roman „Obwohl es kalt ist draußen“ würde man sehr gern auch verfilmt sehen.

[…] Angelika Reitzer gelingt es, in allzu Vertrautes und Klischeehaftes Twists zu bauen und tiefer zu gehen. In ihren Gesten und Angewohnheiten sind die Hauptfiguren so klar gezeichnet, als liefe eine unbeachtete Kamera mit. […]  Wann ist es perfekt und wie kann ich überhaupt damit umgehen, dass ich scheinbar ein perfektes Leben habe? „Obwohl es kalt ist draußen“ hat trotz dieser Irritationen und Spannung sehr viele sehr amüsante Passagen. Und vor allem eine männliche Hauptfigur, wie sie einem in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur äußerst selten begegnet. Ante ist ein super Typ. […]  Am Ende ihres schönen, neuen Romans wünscht man sich eine Fortsetzung. [Maria Motter ORF, FM4]